Milton H.Erickson (1901 - 1980)
Erickson zählt wohl zu den bedeutendsten Therapeuten des 20. Jahrhunderts, er war Facharzt für Psychiatrie und Professor für klinische Hypnose an der Universität Michigan.
Er wurde 1901 in Aurum in der Sierra Nevada geboren. Er war von Geburt an farbenblind, konnte bis zu seinem vierten Lebensjahr nicht sprechen und erkrankte früh an Kinderlähmung. Er hatte Mühe mit der Koordination seiner Muskelbewegungen und musste auf Krücken gehen, um zur Universität zu gelangen, wo er Medizin studierte. Außerdem litt er an progressivem Muskelschwund, hatte große Schmerzen und erlebte Zeiten völliger Invalidität.
Er wurde bereits von Medizinern, die seinen Eltern sagten, dass er die nächste Nacht nicht überleben werde, aufgegeben und mobilisierte derart viel Lebensenergie, dass er die Mediziner Lügen strafte.
Aber gerade seine Leiden waren der Motor seiner unglaublichen Leistungen. Er behandelte sich selbst mit von ihm entwickelten Formen von Hypnose und linderte so seine Schmerzen.
Er war ein Genie im Beobachten anderer Menschen. Er konnte im College seine Lehrer non-verbal derart beeinflussen, dass er sie zum Gähnen und Stottern brachte. Auf diese Weise machte er seine „Sozialexperimente“, deren Ergebnisse später ins seine therapeutische Arbeit einflossen.
Erickson benutzte alles was brauchbar war zum Induzieren von Trancen. Er arbeitete mit Märchen, Metaphern, Provokationen, Briefen, Hausaufgaben, mit verspielter Dummheit, dem Reden von Unsinn, Überraschungseffekten. Jedes Mittel, das half, war geeignet.
Erickson betrachtete das Unbewusste als ein Sammelbecken unendlicher Ressourcen, im Gegensatz zu Freud, für den es ein Speicher voll von verdrängtem Material war. Für ihn war das Unbewusste eine Kraft, in der Wissen und Weisheit beheimatet sind. Erickson bestand darauf, dass der bewusste Verstand das Unbewusste nicht kontrollieren könne. Erickson öffnete mit seinen unglaublich vielen Ideen schnell die verschlossenen Pforten des Unbewussten seiner Patienten und kommunizierte dann mit unbewussten Teilen seines Gegenübers.
Für ihn war in seinen Therapien all das brauchbar und sinnvoll, was Veränderungen im Patienten bewirken konnte. Gerade diese Haltung ermöglichte es ihm, eine schier unglaubliche Flexibilität im Umgang mit seinen Patienten zu entwickeln.